"Wir können nicht auf eine Verbesserung hinarbeiten, die wir uns nicht vorstellen können"
[Elise Boulding]
Zukunftsweisende 3D-Visualisierungen zur Klimaanpassung Würzburgs:
In seinen Ausstellungen und auf dieser Website stellt der Reichenberger Designer Michael Ehlers seinen utopischen Bildern aktuelle Fotografien vom Ist-Zustand gegenüber. Es geht dem Gestalter dabei vor allem darum, den notwendigen Diskurs über die zukunftsfähige und hitzeresilientere Entwicklung der Stadt Würzburg anzuregen. Jetzt sind zügige Planungen und entschlossenes Handeln gefragt. Nicht-Handeln ist keine Option mehr...
VISION RATHAUSINNENHOF
HEISSE STEINPLATTE WIRD COOLE ATTRAKTION
Besucher-Reaktionen in der Ausstellung
• "Unbedingt Wasserfontänen im Rathausinnenhof! Das wäre toll!"
• "Unsere Stadt soll kühler werden!"
• "Warum so lange planen? Jetzt was tun! Bäume im Kübel, Sonnensegel, Sitzplätze, Wasserspiele?"
• "Mehr grüne überdachte Flächen! I like it..."
• "Der Rathausinnenhof ist sehr leer!!"
• "Warum ist in keiner "Vision" eine begrünte Häuserfassade zu sehen?"
• "Wasserbecken – wie am Theater geplant."
• "Zukunft: Wasserspile wären toll!!!!!" (Herzchen)
• "Eine tolle Idee für alle Kinder!"
• (3 Herzchen) Frieda
• ...
VISION MAINKAI
UFERPROMENADE STATT DURCHFAHRTSTRASSE
Besucher-Reaktionen in der Ausstellung
• "Schöne Vision -> bitte umsetzen!!!!"
• "Mein Traum!"
• "Aus Bildern entstehen Entwicklungen. Mehr davon!"
• "Shared Space. Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer: sich fortbewegen + verweilen! Erfordert viel Rücksichtnahme..."
• "Gar keine Autos auf der Promenade!"
• "Einbahnstraße?"
• "Vorbild Paris?"
• "Ein- Ausstiegsbereiche zum Schwimmen. Öffentliche Duschen. Beispiel Basel!"
• "Breiterer Fußgängerweg nördlich der alten Mainbrücke"
• "Völlig realitätsfremd! andere Straßen werden um so mehr belastet!"
• "Mehr Spielplätze für Kinder in der Innenstadt!"
• "Strassenraum und FLAIR – eine Illusion!
...
VISION OSKAR-LAREDO-PLATZ
KULTURPARK STATT BETONPLATTE
Besucher-Reaktionen in der Ausstellung
• "Ja! Bitte umsetzen!"
• "Gerne etwas mutiger entsiegeln."
• "Laredo-Platz: wunderschöne Idee -> dringend umsetzen!"
• "Großartig!!!"
• "Ja, endlich diesen traurigen Platz begrünen und entsiegeln. Wasserbecken statt teures Kunstwerk."
• "Umsetzung wäre Lebensqualität für die Bürgerschaft!"
• "Wenn das überhaupt fertig wird... dann wenn ich schon tot bin (in ca. 75 Jahren)"
• "Endlich Stopp von Versiegelung in Würzburg!"
• "Enstsiegeln,. Begrünen. Verschatten. Warum ist das immer noch eine Vision?"
• "Warum gibt es vom Marktplatz kein Vision?"
• "Begehbare Skulpturen. Wo ist sichtbare Kunst?"
• "Mehr legale Graffiti-Wände!"
• "Ein Skatepark in der Stadt!"
• "Einfach lassen...."
VISION PARADEPLATZ
SCHATTENALLEE STATT PARKPLATZ
Besucher-Reaktionen in der Ausstellung
• "Gute Idee!"
• "Mehr Brunnen und Trinkwasser in der Stadt1"
• "Trinkwasserbrunnen und Liegeplätze. Gefälltr mir sonst gut. Kleiner Platz zum Boule-spielen. Unterschiedliche Nutzungen denken als sitzen. Tischtennisplatte."
• "Platz mit kleinen Wasserkanälen (vgl. Freiburg)"
• "Autos raus aus der Innenstadt! Parplätze außerhalb wie in vielen toskanischen Städten!""
• "Paris hat es auch zu einer fahrradfreundlichen Stadt geschafft!"
• "Es sollte noch einen kleinen Eisverkaufsstand auf Rädern geben!"
• "Wo kommen die Autos hin? Lasst uns was überlegen, Es muss eine Lösung geben!"
• "Bitte das nächste mal auf Papier drucken!. PVC-Plane recycling..."
• "Autos sind Aufheizer."
• "Als Schüler der Euroakademie würde ich so einen Ausblick viel lieber aus dem Fenster meines Klassenzimmers sehen als den, den wir momentan haben."
• "So soll's sein!"
• "Warum gibt es so weninge P+R Parkplätze mit sinnvoller und guter Anbindung auf Öffis?
VISION KÜHLER ORT
KLIMAINSEL: UMNUTZUNG STATT VERSCHROTTUNG
Besucher-Reaktionen in der Ausstellung
• "Hier lädt es ein zum Verweilen"
• "Das wäre doch jetzt umsetzbar. Es müssen nicht mal Stellplätze für Autos weichen."
• "Die Innenstadt den Menschen, nicht den Autos! Bäume / Bäume / Bänbke...."
• "Ja! Bitte umsetzen!"
• "Das erste Konzept, das mich auf Anhieb überzeugt hat."
• "Keine Sitzgelegenheiten aus Beton, sondern aus Holz mit Sitzen aus glettem Material. (Recycelte Matererialien die sich nich aufheizen.)"
• "Sieht zwar alles sauber und ordentlich aus, aber da wo man sitzt, kann man den Boden natürlich lassen.
• "Weniger Steine – radikal wegfallen lassen. Weniger Kosten. 2 x Rollibreite. das reicht."
• "Mehr Spielplätze!"
• "Einfach lassen ohne Umsetzung. Kosten."
VISION SEMMELSTRASSE
Zukunftsallee Semmelstraße – Eine Beispiel für eine klimaangepasste Innenstadt
Die Semmelstraße heute: eine wenig attraktive Durchgangsstraße mit viel Parksuchverkehr.
Das Konzept entwickelt eine Vision für eine beispielhaft klimaangepasste Innenstadt. Der Klimawandel und seine Folgen werden vor allem in unseren Städten in den Sommermonaten deutlich spürbar. Wer in der Stadt lebt, leidet in Rekordhitzesommern unter tropischen Nächten und schwülen Tagestemperaturen.
Das überparteiliche Bündnis Zukunftsklima e.V. initiierte das Pilotprojekt „ZukunftsAllee“, die stadtplanerische Transformation der Semmelstraße in Würzburg zu einem klimaangepassten, lebenswerten Freiraum. Die Maßnahmen: Mehr Grün, Verschattung, Verkehrs-beruhigung, nur Kurzparken z.B. zum Einkaufen oder Arztbesuch, mehr Aufenthaltsqualität, Regenwasser auffangen und zurückhalten.
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Ein 360° Panorama dieser Vision hier.
Visualisierung:© Michael Ehlers https://www.ehlers-media.com/
Besucher-Reaktionen in der Ausstellung
• "Harmonischer. Grüner. Kühler. Sehr gelungen."
• "Einbahnstraße? Schwammstadt hier alternative zu Pflaster. Geschwindigkeitsbegrenzung: 20 kmh. Oder Spielstraße."
• "Brötchentaste" für Einkäufe -> dafür günstiger -> Parkplätze weniger nötig, da keine Dauerparker"
• "Wer macht das wahr?"
• "Pflastersteine wenoger, mehr Grün!"
• "Was für eine tolle Vision! Mehr Entsiegelung"
• "Würzburg ist eine Betonwüste! Wie bedauerlich! Wie schön wäre es, wenn diese "Semmelstraßenvision" umgesetzt würde! Sehr lebenswert."
• "Wo ist der Platz für den Lieferverkehr für die vielen kleinen Geschäfte?"
VISION KOLPINGPLATZ
Vom PKW-Stellplatz zu einem lebendigen Ort der Begegnung
Der Kolpingplatz: ein neuer „Dritter“ Ort?
Lebensqualität erhalten und ausbauen, einen Parkplatz an zentraler Stelle der Stadt in einen Ort der Begegnung umwandeln und so das soziale Gefüge stärken. Am Anfang einer aktuellen Initiative steht bürgerschaftliches Engagement:
Bei einem Treffen mit Vertretern der Stadt und der Polizei hatten sich engagierte Anwohner des Kolpingplatz-Areals darauf verständigt, dass eine stadtgestalterische Aufwertung des bisherigen Autoabstellplatzes zu einem „Dritten Ort“ mit echter Aufenthaltsqualität die Antwort auf die seit Jahren zunehmend prekäre Situation des Areals – Stichworte: Kriminalität, Verwahrlosung, Vermüllung – sein kann.
Im Rahmen der Freiraumplanung und des Hitzereaktionsplans der Stadt Würzburg kann die Umgestaltung des Kolpingplatzes in den nächsten Jahren zugleich ein Beispiel für eine klimaangepasste Zukunft der Innenstadt geben:Mehr Verkehrsberuhigung, mehr kühlende Begrünung, Schattenzonen und ein Wasserkonzept, das Regenwasser nicht wie bisher so schnell wie möglich in die Kanalisation ableitet, sondern auffängt, speichert und für die Bewässerung der grünen Oase zur Verfügung stellt.
Im Auftrag von Kolping Mainfranken und der katholischen Gesellenhausstiftung ist jetzt ein erster Entwurf einer aufwertenden Umgestaltung des Platzes entstanden, der eine Reihe zukunftsweisender Ideen zusammenfasst und illustriert. Dieser Erst-Entwurf ist nicht als Bauplan gedacht, sondern als Ideensammlung und Beitrag zum Diskurs aller engagierten Kräfte und Entscheidungsträger.
Das Konzept folgt erfolgreich umgesetzten Beispielen anderer deutscher und europäischer Städte. Zugrunde liegen dabei mehrere wissenschaftlichen Studien, die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit solcher Maßnahmen belegen. Bei weiteren Hitzerekorden steigt z.B. die Mortalität insbesondere in vulnerablen Gruppen wie Senioren, Kranken und Kleinkindern signifikant an.
Mit den aufgezeigten und angesprochenen Maßnahmen lässt sich die Temperatur im Hochsommer auf dem Kolpingplatz um bis zu 10 Grad Celsius senken.
Eine erste Vorstellung dieses Konzeptes bei Anliegern und engagierten Mitgliedern der Kolpingfamilie hat bereits in überaus positives Echo gefunden. Jetzt gilt es, diese Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln, Verbündete und Förderer zu aktivieren mit dem Ziel: Lebensqualität in der Innenstadt erhalten und ausbauen, das soziale Gefüge stärken.
Das ist ganz sicher auch im Sinne des Mannes, der diesem Platz seinen Namen gab: Adolph Kolping.
Idee & Visualisierung: Michael Ehlers www.ehlers-media.com
Besucher-Reaktion in der Ausstellung
• "Bitte unbedingt umsetzen!"
• "Spannende Idee, da ich bis jetzt nie auf die Idee gekommen bin, das als Aufenthaltsplatz zu betrachten."
• "Stadtmöbel/ Pflanztröge - Grüne Inseln in der Stadt."
• "Immer noch zuviel Pflastersteine?"
• "Keine Treppen sondern variable Rampen, darunter Rasen oder Erde."
• "Alternative Nutzung zu sitzen. Aktivitäten. Tische. Mehr Bäume, Büsche."
• "Mehr Rasen + Bäume als natürliche Schattenspender"
• "Ich feiere die Inklusion sichtbar auf dem Bild"
• "Warum fahren alle Radfaher ohne Helm? Vorbild."
• "Viele Wasserspender zum Trinken!"
VISION RESIDENZPLATZ
Würzburgs Residenzplatz: Park statt Parkplatz
Der ehemalige Exerzierplatz vor der Residenz in Würzburg ist seit vielen Jahren ein PKW-Parkplatz. Es stellt sich die Frage, ob diese Nutzung noch angemessen und zeitgemäß ist. Jahrzehntelang stand das Auto im Zentrum aller stadtplanerischen Überlegungen, aber die Zeiten ändern sich. In Zeiten des Klimawandels braucht die Stadt mehr Bäume, mehr Grünflächen, weniger versiegelte Flächen. Wie könnte also eine der Lage angemessene alternative Nutzung aussehen?
Dieses Video zeigt beispielhaft die Vision eines Parks, der eine moderne Interpretation einer barocken Parkanlage sein könnte. Die Weitläufigkeit, die Symmetrie, die Betonung der zentralen Sichtachsen, die Wasserspiele, die Aufenthaltsqualität insgesamt...
Ein Ort eher für Menschen als für Autos, Park statt Parkplatz. Diese Visualisierung ist im Idealfall ein weiterer Denkanstoß für einen seit Jahren geführten Diskurs zur zukünftigen Gestaltung des öffentlichen Raumes. Ein Gedankenspiel...
Idee & Visualisierung: Michael Ehlers
www.ehlers-media.com
Ein Artikel in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG nimmt Bezug auf das Video:
https://www.sueddeutsche.de/bayern/wuerzburg-residenz-weltkulturerbe-parkplatz-unesco-1.5674447
Besucher-Raktionen in der Ausstellung
• "Ja! Toll! Bitte umsetzten!"
• "Tolle Idee! Vielleucht könnte man zunächst die Parkplätze um die Häfte reduzieren und um den Brunnen herum erste Pflanzaktionen treffen."
• "Hälfte reduzieren find ich gut. Ich würde mir mehr Grün wünschen (Bäume, Sträucher), Spielplatz, Tische , Toiletten. Wie Paris vorm Rathaus."
• "Wäre schön, statt 450 Autos Grün und Brunnen"
• "Autos raus. Grün rein."
• "Das würde sehr schön aussehen."
• " Den Residenzplatz empfinde ich als Schande! Weg mit den Autos vor dem Weltkulturerbe! Welche eine schöne Aussicht wären schattenspendende Bäume, eine begrünte Fläche und Sitzmöglichkeiten zum verweilen! Bitte, Bitte umsetzen!"
• "Wo soll ich dann parken? Politik muss Lösung finden!"
• "Autos weg. Ja. Aber die Geldeinnahme läßt sich doch München nicht entgehen - der Staat braucht doch Geld! Aber der Platz muss bleiben! Der Park ist hinter der Residenz."
• "Tiefgarage unter den Platz. Oben begrünen. Bänke, Springbrunnen!"
• "Wie schön! Man könnte noch besser dort Eis essen."
VISION PLACE DE CAEN
Pop-Up-Garten auf versiegelter Steinwüste
Wo Tiefgaragen und unterirdische Versorgungsleitungen das Pflanzen von Bäumen verhindern, können auch auf versiegelten Flächen trotzdem Schatten- und Pflanzinseln entstehen, die im direkten Umfeld die Temperatur senken und damit Lebenssqualtät auch in heißen Sommern bieten. Sie beeinflussen Mikroklima und Aufenthaltsqualität. Temporär oder dauerhaft...
Der Place de Caen am Heuchelhof heute: Ein Musterbeispiel für eine wenig menschengerechte Freiraumplanung. Im Sommer meiden die Anwohner den überhitzten und schattenlosen Platz. Warum sollte man sich hier überhaupt aufhalten? Klimaangepasste Zukunftsfähigkeit sieht anders aus. Entsiegeln, begrünen, Schattenzonen schaffen, Regenwasser zurückhalten wären oberstes Gebot.
Das Konzept stellt eine unaufwändige temporäre Interimslösung ohne Tiefbauarbeiten vor. Pflanztröge mit integriertem Wasserreservoir, begrünte Rankgerüste als Verschattungselemente und Sitzgelegenheiten in dem so sonnengeschützten Bereich. Starke soziale Komponente: Hügelbeete – ebenfalls mit Wasserreservoirs – können von Anwohnern, Schulkindern und Jugendlichen bepflanzt und versorgt werden. Das Ziel: Aufwertung und Belebung einer städtischen Problemzone für die nächsten fünf bis acht Jahre. Dann nämlich plant die Stadt Würzburg einen Wettbewerb zu einer größer angelegten Umgestaltungsmaßnahme. Wann und ob die dann finanziert und realisiert wird, lässt sich heute noch nicht genau sagen...
VISION TEMPORÄRE BEGRÜNUNG
Mitmachprojekt: Mehr Raum für Grün
Grün verändert eine Stadt. Temporäre Begrünungsprojekte können bei der Klimaanpassung versiegelter Innenstadträume eine wichtige Rolle spielen. Die Bürger erleben im Vorher-Nachher-Vergleich die positiven Auswirkungen.
Zentrales Element dieser Umgestaltung ist ein einfaches, funktionales Stadtmöbelsystem, das aus modularen Sitzkombinationen, Pflanztrögen, Baumkästen und Infostelen besteht.
Die Mitmach-Aktion richtet sich an engagierte Bürger, Schulklassen undJugendliche, die die Elemente des Systems mit einfachem Werkzeug und lokal beschaffbaren, kosten-günstigen Materialien selbst herstellen können.
Für Bau, Aufstellung und Bepflanzung gibt es fachkundige Tipps und Anleitungen von Profis. Sowohl die Aktion als auch die Materialien für den Do-it-yourself-Bau werden durch Fördermittel unterstützt.
Interessierte Bürger, Schulen und Jugendgruppen sind eingeladen, sich zu melden. Beim gemeinsamen Bau der Elemente wird viel aus den Bereichen Werken, Biologie, Klima, Pflanzenkunde gelernt – und auch, wie man gemeinsam das Gesicht der Stadt zum Besseren hin verändert..
VON DER VISION ZUR REALTÄT
„Du veränderst Dinge nicht, indem Du die bestehende Realität bekämpfst. Um etwas zu verändern, musst Du ein neues Modell erschaffen, welches das bestehende Modell überflüssig macht." [ Buckminster Fuller ]
Der Werkzeugkasten der Klimaanpassung
Der Klimawandel und seine Folgen werden vor allem in unseren Städten in den Sommermonaten deutlich spürbar. Wer in der Stadt lebt, leidet in Rekordhitzesommern unter tropischen Nächten und schwülen Tagestemperaturen. Die stadtplanerische Transformation Würzburgs zu einem beispielhaft klimaangepassten, hitzeresilienten lebenswerten Raum wird in den kommenden Jahren eine große Herausforderung bleiben. Das Instrumentarium:
Mehr Raum für Grün:
Urbane Grünflächen sind zentral für eine hitzeangepasste Stadtentwicklung. Städte brauchen leistungsfähige Freiraumsysteme mit Erholungsräumen im Umland und große, vernetzte Parks. Es geht um klimaaktive grüne Infrastruktur für Verschattung und Verdunstungskühlung, kleine Grünflächen im Wohnumfeld, Innen- und Hinterhofbegrünung sowie mehr Grün an Gebäuden.
Wassersensible Stadtstrukturen:
Das Grün nützt wenig zur Hitzevorsorge, wenn es vertrocknet. Nur mit ausreichend Wasser kann Stadtgrün dichte Baumkronen für Schatten bilden und durch Verdunstung kühlen. Um dies über längere Trockenperioden zu erreichen, braucht es in den Quartieren lokale Versickerungsmöglichkeiten. Zudem müssen vermehrt Flächen entsiegelt werden.
Anpflanzen von Bäumen:
Bäume sind unverzichtbar für eine klimaangepasste Stadtentwicklung. Sie kühlen durch Verdunstung und Schatten, speichern Wasser und verbessern die Aufenthaltsqualität.
Gebäude vor Hitze schützen:
Im Bestand und im Neubau braucht es vorrangig passive und klimafreundliche Hitzeschutzlösungen wie etwa außen liegenden Sonnenschutz und naturbasierte Lösungen wie Dach- und Fassadenbegrünung. Solche Maßnahmen fördern gleichzeitig Klimaschutz und Artenvielfalt.
Verschattung:
Stadtplätze, Spielplätze, Schulhöfe sowie Bushaltestellen und Wege müssen verschattet werden, damit Stadtbewohner*innen sie bei Hitze nutzen können. Diese Orte sind wichtig für das soziale Leben in der Stadt und sollen als Begegnungs-, Bewegungs- und Aufenthaltsräume erhalten bleiben. Als Verschattungselemente eignen sich dabei etwa Sonnensegel, die als Low-Tech-Instrumente leicht umsetzbar, klimafreundlich und ressourcenschonend sind.
Kühle Orte:
Städte können Bewohner*innen und Tourist*innen interaktive Karten zur Verfügung stellen und kühle Orte wie Kirchen, Einkaufszentren, Museen oder begrünte und entsiegelte Außenbereiche ausweisen. Hitzeschutz für Wohnungslose, wie etwa Trinkbrunnen, Duschmöglichkeiten und kühle Rückzugsorte. Der Klimawandel und seine Folgen werden vor allem in unseren Städten in den Sommermonaten deutlich spürbar. Wer in der Stadt lebt, leidet in Rekordhitzesommern unter tropischen Nächten und schwülen Tagestemperaturen. Dies stellt gerade für ältere Menschen und kleine Kinder ein Gesundheitsrisiko dar.
Verkehrsberuhigung:
Der Autoverkehr benötigt viele versiegelte Flächen. Der ruhende Verkehr - sprich Parkplätze - ebenso. Bäume und Stadtgrün im Allgemeinen brauchen Platz und ein weniger versiegeltes Umfeld, um ihre kühlende Wirkung zu entfalten. Was viele nicht auf dem Schirm haben: fossil betriebene Autos selber heizen fahrend und stehend das Mikroklima auf, Abgase, Lärm und Feinstaub belasten die Stadt. Die positiven Auswirkungen eines beruhigten Individualverkehrs sind beträchtlich. Tatsache ist aber auch: Autos und Strassen wird es weiter geben müssen: Busse, Krankenwagen, Feuerwehr, Lieferwagen, Handwerker brauchen diese Infrastruktur. Städte brauchen also ein Mobilitätskonzepte, die Bürgern und Besuchern möglichst große Bewegungsfreiheit ermöglicht - ohne die Stadt zu ersticken. Dem ÖPNV, Fahrradfahrern und Fußgängern muss der Raum zugebilligt werden, den sie benötigen. Die "Autostadt" als stadtplanerisches Konzept des letzten Jahrhunderts ist out...
VISION VERTIKALER SOLARPARK MIT MEGASPEICHER
Konversion Kühltürme – eine Vision
Ist die Sprengung stillgelegter Kühltürme der Weisheit letzter Schluss? Dieses kurze Video ist ein Beitrag zum öffentlichen Diskurs, eine Anregung. Kein Bauplan.
In der aktuellen Diskussion stellen sich Planer und Architekten vor jedem Abriss die Frage: Kann man das Bauwerk, den Bestand vielleicht umwidmen und einer anderen, sinnvollen Nutzung zuführen? Beton ist klimatechnisch ein problematischer Stoff, die Entsorgung der 55.000 t Bauschutt keine unkomplizierte Sache. Konversion ist eine Frage der Nachhaltigkeit.
Die Sprengung z.B. der beiden Kühltürme des stillgelegten Atomkraftwerks in Grafenrheinfeld fand am 16. August 2024 statt. Wie immer waren die spektakulär-schaurigen Bilder der Sprengung abends in den Nachrichten zu sehen. Aber: Ist Abreißen wirklich der Weisheit letzter Schluss? Zweifel bleiben….
Es gibt in Deutschland wie auf der ganzen Welt viele weitere Kühltürme atomarer und fossiler Kraftwerke, deren Abbruch noch aufzuhalten wäre. Politik und Energieversorgung müssen den Mut aufbringen, den überfälligen Diskurs noch einmal ergebnisoffen zu führen.
Es gibt allein in Deutschland ca. 100 Kraftwerke (Atom/Kohle), die an die Strom-Infrastuktur angeschlossen sind. In der Regel mit 2 Türmen. Sie werden vernünftigerweise in den kommenden Jahren nach und nach vom Netz genommen werden. Erneuerbare, saubere Energie aus Wind- und Solaranlagen wird die extrem klimaschädlichen Alt-Kraftwerke ersetzen. Mit der Konversion dieser in Deutschland "frei" werdenden Kühltürme lässt sich dort die zweifache Menge an erneuerbarer Energie aus Wind- und PV-Anlagen speichern, um alle 80 Millionen Autos in Deutschland mit sauberer Energie zu versorgen. Gratis: Der Infrastruktur zur Einbindung in das deutsche bzw. europäische Stromnetz ist an den Kraftwerksstandorten bereits vorhanden. Gute Gründe, das - überaus beliebte und zugegeben unterhaltsame - Sprengen von Kühltürmen noch einmal zu überdenken?
Idee, Text u. Visualisierung : © Michael Ehlers 2024
www.ehlers-media.com
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG veröffentlichte mit Bezug auf das Video einen Artikel [PDF)